Meine Ankunft in der eBook-Welt

Jaja, ich weiß, es hat ein bißchen gedauert, bis ich nun auch Teil der eBook-Welt bin. Meine bisherige Zurückhaltung lag am fehlenden technischen Ausgabegerät. Bisher waren mir die Tablets nur fürs Lesen und ein bißchen Surfen zu teuer, reine eBook-Reader hingegen hinsichtlich ihrer nichtgegebenen Multimediafunktionsfähigkeit technisch zu rückständig. Zudem kaufe ich mir ein elektronisches Gerät nur dann, wenn ich es wirklich brauche, nicht aus reinem Jux und Dollerei.

So, nun merkte ich in den letzten Monaten, daß ein Tablet doch ganz nett wäre. Mehr und mehr las ich am Abend auf dem Sofa über mein Smartphone in diversen Blogs, was angesichts des kleinen Bildschirms doch mühsam war.

Darüber hinaus baut meine städtische Bibliothek gerade ihr Angebot der Onleihe kräftig aus. Da ich nur eine kleine Filiale hier im Stadtviertel habe, der Weg zur Hauptbibliothek hingegen doch recht weit ist, interessierte mich die Onleihe aufgrund der wachsenden Vielfalt sehr.

Ein dritter Punkt betrifft die Entwicklung im eBook-Bereich. Verlage bauen ihr Angebot mehr und mehr aus, für meinen Blog Kinderbibliothek habe ich jetzt Anfragen hinsichtlich der Besprechung von Kinder-eBooks bekommen und auch im Selfpublishingbereich wächst das Angebot an elektronischen Büchern.

Mein Interesse war also geweckt. Jetzt ging es um die Entscheidung, welches Gerät es sein sollte. Meine Anforderungen waren: Multimediafähigkeit, also im Gegensatz zu meinem Mann wollte ich keinen reinen eBook-Reader haben (das Gerät teilen wir uns, da heißt es, Kompromiß schließen ;-)), leicht in der Hand liegend, keine Anbindung an einen Anbieter (also das Tablet von amazon fiel nach reichlicher Überlegung raus), der Speicher sollte erweiterbar sein und im Preissegment eher im niedrigeren Bereich liegen. Rein zum Arbeiten habe ich hier einen PC bzw. für die Reise einen Ehe-Laptop.

Am Ende ist es das ASUS MeMO Pad geworden, das in diversen Bewertungen ganz gut abschnitt. Nun ist es seit den letzten Festtagen hier gut im Gebrauch. Um schnell mal im Internet etwas zu recherchieren (Kochrezepte ;-)), in diversen Blogs zu lesen oder eben als eBook-Reader ist es gut zu gebrauchen. Einzig und allein mit dem Schreiben hadere ich, weil ich einfach nicht fähig bin, mit meinen Fingern die Buchstaben zu treffen. Das war aber schon immer so, deswegen habe ich ja auch ein Smartphone mit Tastatur. Das Problem liegt also nicht am Gerät, sondern an mir als unfähiger Nutzer ;-). Ansonsten bin ich recht zufrieden.

Und das Lesen von eBooks?

Das Lesen funktioniert mit der vorinstallierten App sehr gut. Fleißig nutze ich gerade die Onleihe, zudem stöbere ich immer wieder bei amazon. Für die Augen ist das Lesen auf dem Bildschirm hinsichtlich des Displays/der Leuchtkraft kein Problem, auch nicht nach längerer Zeit. Die Bedienung ist simpel und einfach. Leicht in der Hand liegend zeigt mir das 7-Zoll-Tablet dennoch ausreichend Text an.

Was mich jedoch irritiert sind zwei Punkte. Erstens muß ich daran denken, die automatische Drehfunktion vor dem Lesen auszuschalten. Wenn das Gerät sich bei bestimmten Lesepositionen nicht zwischen Hoch- und Querformat entscheiden kann, nervt es dann doch. Zweitens: hinsichtlich des Satzes mußte ich manchmal schon schmunzeln. Da im epub-Format der Text dem Bildschirm des Ausgabegerätes angepaßt angezeigt wird, gibt es vor allem bei den Zeilenumbrüchen schon sehr humorvolle Worttrennungen. Entweder wurde da seitens der Verlage nicht sauber gearbeitet oder die Technik ist noch in den Kinderschuhen.

Auffällig ist natürlich bei all den eBooks wie textlastig sie sind. Letztlich werden die technischen Möglichkeiten, also im Grunde die Weiterentwicklung des eBooks, nicht ausgenutzt. Im Belletristikbereich fällt es nicht so sehr auf, im Sach- und Fachbuchbereich hingegen schon. Bilder werden kaum eingebunden, Querverweise fehlen, Zusatzinformationen als Pop-Up etc. gibt es nicht. Da geht auf jeden Fall noch mehr!

 

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Über Wenke Bönisch

Wenke Bönisch arbeitet heute nach einer beruflichen Station in einem Wissenschaftsverlag (Autorenbetreuung, Satz und Social Media) als Freiberuflerin u. a. für den Ulmer Verlag (http://socialmedia.ulmer.de), für die Frankfurter Buchmesse sowie für den Digitalisierungsdienstleister Editura (http://editura.de) im Social Media Bereich. Neben Social Media beschäftigt sie sich mit den Themen elektronisches Publizieren, Wissenschaft, Open Access und Neue Medien. Zu ihren entsprechenden Projekten hält sie dazu auch Workshops, Vorträge und Seminare. Unter den Namen @digiwis (http://twitter.com/digiwis) twittert sie (fast) täglich. Auf ihrer Website http://digiwis.de bloggt sie zu ihren Tätigkeitsschwerpunkten.
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4 Antworten auf Meine Ankunft in der eBook-Welt

  1. Das mit den Worttrennungen machen in der Regel die Reader-Apps selbst, das heißt die Verlage machen da so gut wie nichts. Es gäbe die Möglichkeit das HTML-Symbol ­ (Soft-Hyphen) zu benutzen, um Trennstellen in langen Worten vorzugeben. Aber leider gibt es da wieder jede Menge Reader, die das nicht verstehen und entweder ignorieren, oder immer einen Trennstrich ausgeben …

  2. Dennis sagt:

    “Entweder wurde da seitens der Verlage nicht sauber gearbeitet oder die Technik ist noch in den Kinderschuhen.”

    Kinderschuhe. Du schreibst ja selbst, dass EPUB ein dynamisches und kein fixes Layout hat: Das sind einfach Container für HTML-Dateien. Und dein Browser (nichts anderes läuft auf einem eReader oder der eReading-App auf deinem Tablet) interpretiert das halt. Verlage wären froh, wenn sie im EPUB mehr bestimmen könnten. Das ist ungefähr so wie 1998, wenn du eine Website für Netscape optimiert hast und dann jemand mit Internet Explorer vorbei kam …

  3. Wenke Bönisch sagt:

    Danke für die Info. So technisch bin ich im Detail nicht drin. Aber da wird es bestimmt noch reichlich Entwicklungspotential auf allen Seiten geben.

  4. Pingback: Die kommenden Tage: auf in eine neue eBook-Welt | Wissenschaft und neue Medien

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