Ärger mit Newslettern

Mailchimp ist ein sehr guter Dienstleister für Newsletter-Marketing.

Mailchimp ist ein sehr guter Dienstleister für Newsletter-Marketing.

In den letzten Wochen erhöhte sich die Anzahl meiner ungelesenen E-Mails stark. Nein, es waren leider keine Aufträge, sondern Newsletter, zu denen ich mich nicht (bewußt) angemeldet hatte.

Die List mit dem Häckchen

Ok, früher, also vor 4-5 Jahren war es schlimmer, unaufgefordert mit Newslettern überspült zu werden. Nun hat sich die Lage etwas beruhigt, seitdem die Rechtslage geklärt ist und auch mit Abmahnungen darüber die Werber Kenntnis erlangt haben.

Jedoch versuchen viele Firmen mit List die Zustimmung für ein Newsletter-Abonnement zu bekommen. Ganz klassisch verläuft es beim Online-Shopping. Oft soll man sich ein Kundenkonto anlegen, damit so schön Überblick über den Verkauf hat (nunja, lieber nutze ich den Gastaccount, da ich eben nicht immer beim selben Anbieter kaufe). Wird man dennoch sanft zum Kundenaccount geführt, kommt unweigerlich die Passage mit der Zustimmung zum Datenschutz. Und dort setzt die List ein. Irgendwo, zwar sichtbar, aber dennoch eben nicht leicht zu sehen, versteckt sich der Haken mit dem Newsletter, der interessanterweise IMMER angekreuzt ist. Man muß eben höllisch aufpassen, diesen Haken nicht zu übersehen.

Ärgerlich wird es dann, wenn das berühmte Häckchen so versteckt ist, daß man sogar als geübeter Internetist übersieht und sich dann über den unerwarteten Newsletter wundert (ich gehe jetzt davon mal aus, daß komplett ungefragt nicht zugeschickt wird, denn das ist mehr als heikel!).

Nun ist es so, daß das Häckchen rechtlich gesehen nicht ausreicht. Denn theoretisch kann jeder die Mailadresse eines Dritten beim Newsletter angeben. Deswegen ist man als Freiberufler/Unternehmen mit Dopple-Opt-In, also der Zusendung einer Bestätigungsmail für das Newsletter-Abo, auf der rechtlich sicheren Seite. Bei meinem letzten Fall, ein größerer Visitenkartenanbieter, kam eine solche Bestätigungsmail nicht in mein Postfach herein.

Nun wäre es auch schön, nicht ständig jede Woche mit Newslettern überworfen zu werden, wie es mein Negativbeispiel tut. Hier gilt wie so oft Qualität statt Quantität. Nicht jedesmal irgendwelche Werbe-Newsletter verschicken, sondern dann, wenn man als Unternehmen mehr als nur das neuste Angebot zu sagen hat. Wöchentliche Newsletter nehme ich nicht wahr, erst recht nicht, wenn sie auch noch marktschreierisch von der Betreffzeile, über den Inhalt bis zur Gestaltung herkommen.

Nun denken sich manche kleinere Unternehmen oder Freiberufler, der technisch-rechtliche Aufwand für einen Newsletter ist viel zu hoch. Ja, aber es gibt sehr gute Anbieter im Internet. Sehr gute Erfahrungen habe ich mit Mailchimp gemacht. Dort ist der Service nicht nur an die rechtlichen Bestimmungen angepaßt (Dopple-Opt-In, Impressumspflicht, schnelle Möglichkeit zur Abmeldung etc.), sondern auch die gesamte Gestaltung des Newsletters ist individuell anpaßbar. Die eigenen Social Media Kanäle kann man einfach mit einbauen. Hinzu kommt noch ein ausführliches Reporting über Zugriffs-und Clickzahlen. Mailchimp ist bis zu 2000 Abonnenten und 12.000 Newsletter pro Monat kostenlos. Darüber hinaus sind die Preise moderat.

Wie wird man Newsletters wieder los?

Schön ist es, wenn man unkompliziert einen Abmeldelink hat, der mit jedem Newsletter gut sichtbar für den Abonnenten mitgeschickt wird. Ungehalten werde ich dann, wenn dies nicht der Fall ist, erst recht wenn ich ungefragt zum Newsletter-Abonnement gekommen bin. Dann erhält der Kundensupport schon einmal eine Beschwerdemail meinerseits. Interessanterweise wird spätestens dann reagiert, auch wenn es oft standardisierte Antworten sind. Ich frage mich dann, ob denn die Unternehmen sich diese Kundenreaktionen nicht einmal zu Herzen nehmen. Denn ein erzürnter Kunde kommt nicht so schnell wieder!

Übrigens bin ich mir nicht so sicher, ob bei meinem Negativbeispiel sie sich bei der Antwort auf meine Beschwerdemail auf der rechtlich nicht ganz sicheren Seite befinden. Da heißt es:

Sollten Sie auch weiterhin einen Newsletter beziehen, so haben Sie vermutlich bei einem Drittanbieter (web.de, AOL, Amazon….) zugestimmt, von dort aus Partnerangebote zu erhalten. In diesem Fall können wir den Versand des Newsletter nicht verhindern. Sie müssen sich dann bitte direkt an den jeweiligen Drittanbieter wenden.

Nach meiner juristischen Laienmeinung ist der Newsletter-Anbieter in der Pflicht, einem Abmeldewunsch nachzukommen – egal ob das Newsletter-Abo direkt bei dem Unternehmen oder über Dritte zustande kam.

Gutes Newsletter-Marketing hilft auch in Social Media Zeiten, beim Kunden im Gedächtnis zu bleiben. Schlechtes Newsletter-Marketing gibt es leider immer noch. Und das ist für das Geschäft langfristig schädlich.

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Über Wenke Bönisch

Wenke Bönisch arbeitet heute nach einer beruflichen Station in einem Wissenschaftsverlag (Autorenbetreuung, Satz und Social Media) als Freiberuflerin u. a. für den Ulmer Verlag (http://socialmedia.ulmer.de), für die Frankfurter Buchmesse sowie für den Digitalisierungsdienstleister Editura (http://editura.de) im Social Media Bereich. Neben Social Media beschäftigt sie sich mit den Themen elektronisches Publizieren, Wissenschaft, Open Access und Neue Medien. Zu ihren entsprechenden Projekten hält sie dazu auch Workshops, Vorträge und Seminare. Unter den Namen @digiwis (http://twitter.com/digiwis) twittert sie (fast) täglich. Auf ihrer Website http://digiwis.de bloggt sie zu ihren Tätigkeitsschwerpunkten.
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