Google+ Kommentare im WordPress-Blog einbinden (mit urheberrechtlichen Bedenken)

 

Bildquelle: Logo von Google+, Foto: Thomas R. Schwarz, wikipedia.de, CC-BY-SA

Bildquelle: Logo von Google+, Foto: Thomas R. Schwarz, wikipedia.de, CC-BY-SA

Philipp Steuer postete gerade auf Google+ einen interessanten Hinweis zur Einbettung von Google+ Kommentaren. Seit Ende der Woche ist es möglich, auf Blogger, der Blogplattform von Google (Blogspot) ein Google+-Kommentarfeld einzubetten. G+ User können mit ihrem Account den aktuellen Beitrag so kommentieren. So eine Funktion für WordPress, das als Blogsoftware und -plattform fast monopolartig benutzt wird, wäre nicht schlecht.

Lange braucht man in so einem Fall nicht warten. Ein erstes (inoffizielles) Script wurde entwickelt. Wer technisch versiert ist, kann es selbst einbauen:

<script src=”https://apis.google.com/js/plusone.js“>
</script>
<div
data-href=”[URL]”
data-width=”642″
data-first_party_property=”BLOGGER”
data-view_type=”FILTERED_POSTMOD”>
</div>

In Technik eher unbedarfte Blogger wie ich nutzen dann lieber ein PlugIn.  Brandon Holtsclaw hat ein solches für WordPress entwickelt. Achtung! Im Gegensatz zum Skript tauscht es die Kommentarfunktion von WordPress gegen die Google+-Kommentarbox aus. Mit anderen Accounts wie Facebook kann man dann nicht mehr posten.

Wie das ganze funktioniert, kann im Blog von Philipp Steuer sich angeschaut werden.

Das Plugin kann hier heruntergeladen werden: http://cloudhero.net/gplus-comments

Eine ähnliches PlugIn gibt es schon länger für Facebook. Es heißt Add Link to Facebook. Wird im Blog oder auf einer Facebookseite kommentiert, erscheint automatisch dieser auf beiden Seiten. Ein weiteres wurde von T3N entwickelt. Mit getFacebokComments werden im Gegensatz zu Add Link to Facebook lediglich die Kommentare der Facebookseite im Blog integriert.

Urheberrechtliche Bedenken

So jetzt komme ich zu einem Rechtsproblem bei all diesen PlugIns und Erweiterungen. Für die Kommunikation im Social Web sind sie ideal. Aber sie verstoßen gegen das deutsche Urheberrecht. Ein Kommentar, das mehr als aus einem “Super” besteht, also eine schöpferische Mindesthöhe erreicht, ist nach deutschem Recht urheberrechtlich geschützt. Der Kommentator veröffentlicht diesen auf einer ganz bestimmten Seite. Den Kommentar als Nichturheber ohne Einverständnis des Urhebers auf einer anderen Webseite zu veröffentlichen, also statt nur auf Facebook/Google+ auch noch im Blog, ungefragt, verstößt gegen das Urheberrecht. Es ist äquivalent dazu, als würde man einen Artikel in einem Sammelband eines Autors in einem anderen Werk publizieren, ohne ihn vorher gefragt zu haben.

Was folgt für die Praxis?

Aus rechtlicher Sicht sind die Fakten eindeutig. Nun gibt es mehrere Möglichkeiten, mit der Problematik umzugehen (Achtung: ich bin kein Jurist, sondern argumentiere aus meiner Laienkenntnis):

  1. Man ignoriert das rechtliche Problem, setzt solche PlugIns ein und harrt der Dinge. Im schlimmsten Fall gibt es eine Abmahnung. Da aber wohl zu 90 % aller User von der Problematik keine Kenntnis haben, scheint mir die Gefahr da nicht sehr hoch zu sein. Ein Verstoß bleibt es trotzdem.
  2. Man weist prominent in der Kommentarfunktion auf allen Seiten auf die Duplizierung hin. Eine Nutzung des Kommentierens setzt das Einverständnis des Kommentars voraus.
  3. Man verzichtet auf solche PlugIns, weil man die rechtliche Gefahr zu hoch einschätzt, solche PlugIns sich nicht für den Blog lohnen, weil man sowieso die Zerfaserung von Diskussionen im Netz nicht beherrschen kann.

Übrigens hat Philipp Steuer einen Newsletter, in dem er über Neuigkeiten zum Netzwerk Google+ informiert. Empfehlenswert.

Bildquelle:  Logo von Google+, Foto: Thomas R. Schwarz, wikipedia.de, CC-BY-SA

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...

Über Wenke Bönisch

Wenke Bönisch arbeitet heute nach einer beruflichen Station in einem Wissenschaftsverlag (Autorenbetreuung, Satz und Social Media) als Freiberuflerin u. a. für den Ulmer Verlag (http://socialmedia.ulmer.de), für die Frankfurter Buchmesse sowie für den Digitalisierungsdienstleister Editura (http://editura.de) im Social Media Bereich. Neben Social Media beschäftigt sie sich mit den Themen elektronisches Publizieren, Wissenschaft, Open Access und Neue Medien. Zu ihren entsprechenden Projekten hält sie dazu auch Workshops, Vorträge und Seminare. Unter den Namen @digiwis (http://twitter.com/digiwis) twittert sie (fast) täglich. Auf ihrer Website http://digiwis.de bloggt sie zu ihren Tätigkeitsschwerpunkten.
Dieser Beitrag wurde unter Web 2.0 abgelegt und mit , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten auf Google+ Kommentare im WordPress-Blog einbinden (mit urheberrechtlichen Bedenken)

  1. Oliverg sagt:

    Die meisten Kommentare dürften jeglicher Schöpfiungshöhe entbehren.

  2. Pingback: Kommentare in Blogs und auf Facebook - Meine Firma und ich - Meine Firma und ich

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>