Google+ Communities für eLearning nutzen

Screenshot der Google+ Community Renaissance Studies (sensu largo). Foto: Wenke Bönisch

Screenshot der Google+ Community Renaissance Studies (sensu largo). Foto: Wenke Bönisch

Auf allfacebook.de wurde gestern ein Überblicksartikel über die Möglichkeiten von Facebook-Gruppen als Lernort für die Aus- und Weiterbildung von Andreas Leonhard und Johannes Storch veröffentlicht. Nicht nur Facebookgruppen eignen sich als Lernort. Seit Google+ im Dezember seine Gruppenfunktion Community freischaltete, kann man auch dieses soziale Netzwerk dazu nutzen.

Jeder, der einen Google-Account besitzt, ist automatisch an Google+ angeschlossen und kann sich Google-Gruppen, die als Communities bezeichnet werden, anschließen bzw. selbst eine neu eröffnen. Neben Austausch über verschiedene Themen, Markenbildung etc. können Google+ Communities äquivalent zu Facebook-Gruppen für eLearning genutzt werden.

Im Gegensatz zu Facebook bietet Google+ noch keine eigene Gruppenform für Schulen/Hochschulen an, aber mit einer für den Zweck gegründeten Community kann ein entsprechendes Äquivalent auf Google+ erstellt werden.

4 verschiedene Gruppeneinstellungen, die stufenweise die Sichtbarkeit der Mitglieder und Gruppenbeiträge regeln, können gewählt werden: öffentlich – jeder kann beitreten, öffentlich – Beitritt muss von Moderator genehmigt werden, privat – über die Suche auffindbar, Beitritt auf Anfrage und privat – Nicht in der Suche auffindbar. Bei letzter Sichtbarkeitseinstellung sind weder die Gruppe an sich noch die Mitglieder oder Beiträge öffentlich einsehbar. Google+ bietet somit eine Einstellung mehr als Facebook an. Zur Zeit kann die Datenschutzeinstellung einer Community nachträglich nicht geändert werden!

Im Gegensatz zu Facebook können in Google+ Communities Beiträge kategorisiert werden. Der Moderator oder Eigentümer der Gruppe richtet entsprechende Themenbereiche ein, die Mitglieder wählen die passende Variante für ihren Beitrag aus. So behalten alle mehr Überblick. Zudem können verschiedene Diskussionen gleichzeitig unabhängig voneinander, gut geordnet in der Gruppe geführt werden.

Die Hangout-Funktion, Video-Chat von Google+, steht auch in den Communities zur Verfügung. So können Webinare, Veranstaltungen, virtuelle Vorlesungen etc. innerhalb der Gruppe durchgeführt werden.

Die klassische Funktion “Veranstaltungen” (Events) kann innerhalb der Community angelegt und verwaltet werden. Die Kombination mit der Hangout-Funktion ist ein großes Pluspunkt gegenüber den Facebook-Gruppen.

Leider ist jedoch eine Dateienverwaltung, wie Facebook sie für seine Gruppen anbietet, derzeit nicht in Google+ Communities möglich. Ein großer Nachteil, um beispielsweise Materialien für virtuelle Seminare nachträglich der Gruppe zur Verfügung zu stellen. Ebenso bietet Google+ noch keine Vanity-URL für seine Gruppen an. Hier ist noch einiger Nachholbedarf festzustellen.

Da Google+ Communities Teil der verschiedenen Google-Services wie Google Drive für Dateien, Maps, Picasa (Fotoverwaltung) etc. ist, kann man diese für eLearning mitnutzen. Ein entscheidender Vorteil Googles gegenüber Facebook.

Hier noch einmal eine Gegenüberdarstellung der wichtigsten Funktionen in den beiden sozialen Netzwerken:

Facebook Google
Datenschutzeinstellungen öffentlich,
geschlossen,
geheim
öffentlich (jeder kann beitreten),
öffentlich (Beitritt muss von Moderator genehmigt werden),
privat (über die Suche auffindbar, Beitritt auf Anfrage),
privat (nicht in der Suche auffindbar)
Dateienverwaltung ja nein
Beitragskategorien nein ja
Chatfunktion ja ja, Video
Eventverwaltung ja ja
Zusätzliches spezielle Gruppenfunktion für Schulen/Hochschulen Nutzung anderer Google-Dienste

Egal, ob man Facebook oder Google+ für eLearning nutzt, sollte man sich darüber im Klaren sein, daß man einen Drittanbieter auswählt, von seiner Bereitstellung und Entwicklung der Gruppenfunktion und des sozialen Netzwerkes an sich abhängig ist. Entsprechend sorgfältig ist die Nutzung im jeden Fall abzuwägen.

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Über Wenke Bönisch

Wenke Bönisch arbeitet heute nach einer beruflichen Station in einem Wissenschaftsverlag (Autorenbetreuung, Satz und Social Media) als Freiberuflerin u. a. für den Ulmer Verlag (http://socialmedia.ulmer.de), für die Frankfurter Buchmesse sowie für den Digitalisierungsdienstleister Editura (http://editura.de) im Social Media Bereich. Neben Social Media beschäftigt sie sich mit den Themen elektronisches Publizieren, Wissenschaft, Open Access und Neue Medien. Zu ihren entsprechenden Projekten hält sie dazu auch Workshops, Vorträge und Seminare. Unter den Namen @digiwis (http://twitter.com/digiwis) twittert sie (fast) täglich. Auf ihrer Website http://digiwis.de bloggt sie zu ihren Tätigkeitsschwerpunkten.
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2 Antworten auf Google+ Communities für eLearning nutzen

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