G+ Unternehmensseiten sind da: der erste Eindruck

Stream einer G+ Unternehmensseite. Foto: Wenke Richter

Stream einer G+ Unternehmensseite. Foto: Wenke Richter

Gestern ging es ganz plötzlich los. Am Abend über den Konkurrenten Facebook erfahren, daß Google für sein Netzwerk Google+ die Unternehmensseiten in einer Testphase gelauncht hat, fühlte ich mich nach einem erfolglosen Versuch, eine Seite zu erstellen, etwas ausgeschlossen.

Aus Neugier startete ich eine Stunde später noch einmal den Versuch – siehe da, es klappte. Gleich eine G+ Unternehmensseite für Digiwis erstellt. Hier nun mein erster Eindruck: G+ Unternehmensseiten gleichen dem Personenprofil, natürlich mit einigen Abweichungen. Man hat also seine vier Reiter “Übersicht”, “Fotos”, “Profil” und “Kreise”. Einfach ist die Erstellung einer Seite: Name der Seite festlegen, optional Webseite hinzufügen, Profilfoto ausladen (Tools zum Zurechtschneiden werden angeboten), optional im eigenen Profil Seite bewerben, fertig.

G+ Unternehmensseiten werden wie Profile von den Fans/Followern in die Kreise hinzugefügt. Als Seite kann man jedoch erst Personen selbst in Kreise einordnen, wenn diese dem Unternehmen folgen. Der Vorteil: im Gegensatz zu Facebook verläuft die Kommunikation nicht einseitig, sondern ist aktiv auf beide bezogen. Personen sind durch das stark reglementierte Einkreisen von Unternehmensseiten vor Spam geschützt. Nur wer wirklich Fan einer Seite werden möchte, wird dies.

Jetzt geht es los! Foto: Wenke Richter

Jetzt geht es los! Foto: Wenke Richter

Was fehlt bisher: man merkt den Unternehmensseiten noch stark an, daß viele Punkte nicht bedacht sind bzw. fehlen – erst recht, wenn man vom Konkurrenten Facebook kommt.

So habe ich keine Einstellung zur Verwaltung einer Unternehmensseite von mehreren Administratoren gefunden. Ein dringender Punkt, der schnell gelöst werden muß. Ein Ausweichen auf ein Fakeprofil ist nicht möglich, gewünscht, also hängt die Unternehmensseite an einem Repräsentanten des Unternehmens. Eine Sicherheit, wie sie mehrere Personen leisten, ist nicht gegeben. Was ist, wenn die Person andere Aufgabe im Unternehmen zugewiesen bekommt oder es sogar verläßt? Sie wird wohl kaum ihr G+ Personenprofil dem Nachfolger überlassen. Also ein Riesenmanko.

Als zweites wäre die Einführung von Vanity-URLs wünschenswert und notwendig. So ist die URL in ihrem Zahlenaufbau noch unpraktisch für das Marketing.

Als drittes stellt sich die Frage, ob Google zuläßt, daß Unternehmen eigene Reiter als App einbauen dürfen.

Als viertens fehlt mir noch ein internes Statistiktool. Bisher läßt sich nur sehen, wieviele Personen dem Unternehmen folgen, jedoch keine Interaktion messen.

Als fünftes bleibt für mich noch rätselhaft, wie man die bei Erstellung der Seite festgelegte Kategorie ändern kann. Einen entsprechenden Menüpunkt habe ich nicht gefunden.

Ich denke, daß Google hier in den nächsten Wochen schrittweise die angesprochenen Punkte angehen wird. Denn sie sind für Social Media Marketing für Unternehmen als Kunden von Google absolut notwendig.

Was bleibt noch zu sagen? Alle übrigen Fragen, die man als Social Median ständig hat, stellen sich nun erneut:

  • Impressumspflicht (reicht “Über mich” im Reiter “Profil” aus?)
  • wie schaffe ich ein aktives Kommunizieren mit den Followern?
  • wie messe ich meine Aktivitäten auf G+ Unternehmensseiten?
  • wie mache ich die Seite bekannt? (Google bietet einen Code zum Einbau auf der eigenen Webseite an) etc.

Auf jeden Fall wird G+ jetzt mit den Unternehmensseiten richtig spannend un zu einem “vollwertigen” Soziales Netzwerk. Im ersten Eindruck sieht es wie schon die Profile sehr aufgeräumt aus. Gut ist, daß sich der Aufbau von Personemprofil und Unternehmensseite ähneln – kein unnötiges Umsortieren und Eingewöhnen ist mehr notwendig. Nur noch die letzten Punkte sollte möglichst schnell geklärt werden, dann kann G+ als ernsthafter Konkurrent zu Facebook durchstarten. Für uns Social Medians wird es auf jeden Fall eine aufregende Zeit.

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Über Wenke Bönisch

Wenke Bönisch arbeitet heute nach einer beruflichen Station in einem Wissenschaftsverlag (Autorenbetreuung, Satz und Social Media) als Freiberuflerin u. a. für den Ulmer Verlag (http://socialmedia.ulmer.de), für die Frankfurter Buchmesse sowie für den Digitalisierungsdienstleister Editura (http://editura.de) im Social Media Bereich. Neben Social Media beschäftigt sie sich mit den Themen elektronisches Publizieren, Wissenschaft, Open Access und Neue Medien. Zu ihren entsprechenden Projekten hält sie dazu auch Workshops, Vorträge und Seminare. Unter den Namen @digiwis (http://twitter.com/digiwis) twittert sie (fast) täglich. Auf ihrer Website http://digiwis.de bloggt sie zu ihren Tätigkeitsschwerpunkten.
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11 Antworten auf G+ Unternehmensseiten sind da: der erste Eindruck

  1. Danke, Wenke, für Deinen flotten Bericht – hat Lust gemacht und ich denke, ich mach für paperC auch mal gleich eine Seite – .. ich bleibe aber trotzdem privat bei FB – immernoch :)

    • Wenke Richter sagt:

      Facebook werde ich auch nicht sofort den Rücken kehren. Erstmal alles schön ausprobieren und schauen, wohin die Reise geht.

  2. Pingback: Snippy – per App zur Kurzgeschichtenflatrate | Verlage der Zukunft

  3. Robert sagt:

    Danke für die ersten Eindrücke zu den Unternehmenseiten. Hab mich auch gleich darangesetzt :) Die fehlenden Vanity-URls finde ich momentan das Hauptmanko, aber das wird sicher nachgebessert.
    https://plus.google.com/u/0/b/106227520916017712489/

  4. Jeannine sagt:

    Hey Wenke,

    was das Admin Problem angeht, finde ich es auch etwas ungünstig gelöst. Ich war damals beim ersten Launch so frei (frech) und habe ein Personenprofil als Unternehmensprofil angelegt, einfach um zu sehen, wie es funktioniert und ob es funktioniert. Dieses Google+ Konto fungiert nun als “quasi -Admin-Konto” und verwaltet schon mal die erste echte Unternehmensseite, die ich heute angelegt habe. Ich glaube generell ist es vielleicht ganz sinnvoll, für alle Google-Aktivitäten immer ein Unternehmenskonto bei Google anzulegen, also es nicht innerhalb eines privaten Kontos abzuwickeln. Hierin kann man dann im Grunde alles von Adwords, Analytics, Adsense, Merchant, Google+, Google Reader, Alerts etc. pp. einer Marke aggregieren und steuern. Eine Überlegung,d ie man unbedingt von Anfang an zu Ende denken muss, damit genau diese Vermischung von privat/ und Unternehmen nicht zustande kommt.

    LG
    Jeannine

    • Wenke Richter sagt:

      Jep, schon richtig. Leider löst es bisher immer noch nicht das Problem nicht weitere Admins hinzufügen zu können. Zugleich wäre es auch ganz sinnvoll, wenn man in den Einstellungen zur Seite die Mailadresse ändern könnte – für solche Fälle, wo es notwendig ist.

  5. Mirko Teichmeier sagt:

    Das messen der Aktivität bzw. die Interaktion wird kommen. Google hat bereits angekündigt, dass G+ zukünftig in Google Analytics integriert wird.

  6. “wie messe ich meine Aktivitäten auf G+ Unternehmensseiten?”
    Tracking mit Analytics soll wohl (bald?) möglich sein.

  7. Charles sagt:

    Zum Facebook-Rücken-kehren ist es denke ich noch zu früh. Google Plus gefällt mir zwar ganz gut, auch die neue Unternehmensseiten-Funktion ist sinnvoll, aber leider kommt es lange noch nicht an die Reichweite von Facebook ran. Dadurch, dass Google jetzt durchsickern lassen hat, dass die die Beliebtheit bei Google Plus wohl ins Ranking mit einfließen lassen, werden aber wohl die meisten Website-Betreiber den Button früher oder später einbinden. Es dürfte also nicht mehr lange dauern, bis wir die ersten käuflichen “Google-Likes” auf eBay entdecken. ;)

    Konkurrenz tut Herr Zuckerberg aber in jedem Fall gut …

    Viele Grüße

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