Kein Potential bei Facebook-Seiten verschenken!

Über meine Facebook-Seite Digiwis bin ich heute auf die Seite des Instituts für Geschichte an der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg gestoßen und bin über das Engagement und den Pioniergeist (ja, leider muß man das so noch für das konservative Fach Geschichtswissenschaft so nennen) begeistert. Natürlich klickte ich gleich “gefällt mir” und wollte einen entsprechenden, positiven Gruß hinterlassen… aber es ging nicht. Leider.

Exemplarisch an dieser Seiter möchte ich zeigen, wieviel Pontential solche Auftritte bei Facebook verschenken.

Rot markiert: Pinnwand für Fans gesperrt und fehlender Seiteninhaber

Rot markiert: Pinnwand für Fans gesperrt und fehlender Seiteninhaber



Facebook ist eine Kommunikationsplattform, die vor allem für Universitätsinstitute geeignet ist, nicht nur mit ihren Studenten aktiv in Kontakt zu treten, sondern zugleich auch effektiv Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben.

An den Postings vom Institut für Geschichte der Magdeburger Universität sieht man sehr gut in der Praxis umgesetzt.

Aber zwei Punkte lassen die Kommunikation zur Einbahnstraße werden und verschenken enormes Potential.

1. auf der Pinnwand kann nur das Institut selbst publizieren, Fans hingegen nicht. Wie sollen so Studenten zu Veranstaltungen nachfragen können? Wie können Interessierte, die ein Studium/Promotion im Institut aufnehmen wollen, Fragen stellen? Wie können Diskussionen zu Themen/Veranstaltungen geführt werden (erst recht, wenn während einer Veranstaltung kommentiert wird)?

Schalten Sie die Pinnwand für Fans frei!

Fördern Sie so aktive Kommunikation, haben Sie keine Angst vor Rückfragen etc. Mit einer transparenten, offenen, regelmäßigen Kommunikationskultur erreichen Sie Ihre Zielgruppe! Auf kritische Fragen gehen Sie in den Sachpunkten ein, beantworten Sie korrekt!

2. Der Seiteninhaber bzw. die Kontaktperson wird nicht genannt. So haben Fans keinen Ansprechpartner für persönliche Nachrichten. Nicht jede Frage will man vor einem breiten Publikum stellen. Hier ist eine Kontaktperson, die die Facebook-Seite betreut, hilfreich. In einem früheren Artikel habe ich beschrieben, wie man den Seiteninhaber kenntlich macht.

Zeigen Sie den Seiteninhaber den Fans und schaffen Sie so Transparenz und Offenheit.

P. S. Natürlich habe ich diese Punkte persönlich der verantwortlichen Person im Institut erklären wollen. Da ich außer einer Telefonnummer keine weiteren Kontaktdaten hatte, rief ich an und wurde nach einiger Verwirrung (“Wir haben eine Facebook-Seite?”) an einen Mitarbeiter verwiesen, der von mir eine persönliche Nachricht erhalten hat.

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Über Wenke Bönisch

Wenke Bönisch arbeitet heute nach einer beruflichen Station in einem Wissenschaftsverlag (Autorenbetreuung, Satz und Social Media) als Freiberuflerin u. a. für den Ulmer Verlag (http://socialmedia.ulmer.de), für die Frankfurter Buchmesse sowie für den Digitalisierungsdienstleister Editura (http://editura.de) im Social Media Bereich. Neben Social Media beschäftigt sie sich mit den Themen elektronisches Publizieren, Wissenschaft, Open Access und Neue Medien. Zu ihren entsprechenden Projekten hält sie dazu auch Workshops, Vorträge und Seminare. Unter den Namen @digiwis (http://twitter.com/digiwis) twittert sie (fast) täglich. Auf ihrer Website http://digiwis.de bloggt sie zu ihren Tätigkeitsschwerpunkten.
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10 Antworten auf Kein Potential bei Facebook-Seiten verschenken!

  1. Micha Anders sagt:

    Hallo,
    Ihre Kritik ist in beiden Punkten nachvollziehbar und berechtigt, insofern vorausgesetzt wird, dass mittels der erwähnten FB-Seite eine Kommunikation nach ihrer Auffassung stattfinden soll. Das wäre zunächst zu hinterfragen. Denn welchen Zweck ein Seitenbetreiber verfolgt kann – unabhängig von der gemeinsamen Plattform – höchst verschieden sein.
    Neben der Intention zwingen manchmal auch andere Gründe zu einem bewußten “Verschenken” von Potential. Dies können zum Beispiel fehlende Ressourcen zur Pflege (sprich: Moderation) der eigenen Pinnwand sein.
    Ähnliches gilt für den Kritikpunkt Seiteninhaber. Denn wenn es sich beispielsweise um eine diskontinuierliche Personalausstattung oder anonyme Seite (nicht in diesem Fall) handelt, kann das Fehlen einer Personenangabe sinnvoll sein. Zumal in Ihrem gewählten Beispiel (IGes) eine eigene Körperschaft bzw. Teil einer Körperschaft (OvGU) angesprochen ist, die als Ansprech”person” ausreichend sein sollte.
    Übrigens sind ganz andere FB-Seiten ebenfalls ohne Seiteninhaber ausgestattet. Auch dort nehme ich das persönlich nicht als Problem war, zumal die Gründe dafür ähnlicher Natur sein dürften.
    Beispiele:
    Naheliegend: http://www.facebook.com/OvGU.Magdeburg
    Klickverwandt im Kontext: http://www.facebook.com/L.I.S.A.portal
    Völlig wahllos: http://www.facebook.com/naumburgmuseum u.s.w.

    Resümee: Bevor also Marketingtipps als reine Wahrheit und zugleich an einem (sic!) (Negativ-)Beispiel präsentiert werden, sollten diese auf den gewählten Einzelgegenstand reflektierend hinterfragt werden.

    My 2cents
    M.A.

    • Wenke Richter sagt:

      Facebook ist Teil von Social Media, dessen Kernprinzip Kommunikation zwischen Menschen ist, also Dialog, miteinander agieren, reagieren, kommentieren. Deswegen ist für ein Auftritt mit einer Kommunikationseinbahnstraße nicht sinnvoll, da genügt eine Webseite mit dem Unterpunkt “Aktuell”, um beispielsweise auf Veranstaltungen hinzuweisen. Pflege gehört dazu und eben die Bereitstellung des Personals. Eine nicht gepflegte Facebook-Seite (gilt nicht für das angeführte Beispiel im Posting) ist eine schlechte Visitenkarte. Sollte man nicht die Zeit und Personal zu Social Media haben, ist es besser, darauf zu verzichten. Denn wie gesagt, Social Media ist Kommunikation. Nichtkommunikation funktioniert bei Social Media nicht!

      Zum Punkt Seiteninhaber: eine Organisation ist unpersönlich (immerhin hat es sich herumgesprochen, daß man auf Facebook für ein Unternehmen/Institution keinen Personenaccount, sondern eine “Gefällt-mir”-Seite einrichten soll!), sie kann per se nicht kommunizieren, sondern eben Vertreter, die die Aufgabe “Social Media” übertragen bekommen haben. Es sind diese Vertreter, die mit den Menschen auf Twitter, Facebook und in Blogs kommunizieren. Als solche müssen sie sich erkennbar geben (in ihrer Funktion, nicht als Privatperson), eben z. B. über den Seiteninhaber (der Begriff ist für die dt. Sprache nicht adäquat, hier wäre Kontaktperson (oder eine Auswahl zwischen beiden Begriffen) sinnvoller). Schneller Personalwechsel ist prinzipiell nicht effektiv, da der Nachfolger sich jedesmal in die Materie einarbeiten muß. Gleiches gilt auch aus anderen, traditionellen PR-/ÖA-Bereichen. Kontinuität ist ein wichtiger Faktor in Außenbeziehungen! Das ist keine neuer Erkenntnis, sondern eben eine die ebenso für Social Media gilt.

      Meine Hinweise sind keine Marketingtipps, sondern Empfehlungen, auch aus der eigenen Praxis.

  2. Wenn ich meinen Kommentar in ihrem Blog lösche, wird er hier auch wieder gelöscht? Das könnte zu einer interessanten Diskussion über die Cross-Plattform-Nutzung von Texten führen, jaja.

  3. Gut, dass Sie offensichtlich den einzigen Nutzen von Facebook und Co verstanden haben, während anderen diese Erkenntnis verschlossen bleibt.

  4. Gut, wir können gerne über Zielsetzung von Social Media diskutieren. Was ist Ihre Sichtweise? Warum sollen Institute Social Media nutzen?

  5. Lassen wir es dabei bewenden, dass es offenbar verschiedene Auffassungen von Sinn und Nutzen gibt. Sie haben den zentralen Zweck in der Kommunikation erkannt, während für andere bereits der Aspekt der Information und deren direkter Weg zum Rezipienten ausreichend wichtig ist, um Dienste wie FB und Co zu nutzen. Aus meiner Sicht ist das genug Grund, um bspw. Studierenden diesen Service zu bieten, während Sie der Auffassung zu sein scheinen, dass FB einzig des Austausches in beide Richtungen dienen sollte. Zusätzlicher Service oder Service und Interaktion. Sie plädieren für letzteres, ich für ersteres, sofern letzteres aus diversen Gründen nicht möglich ist. Da werden wir zu keinem Konsens kommen.
    Meine Ausgangskritik an ihren Hinweisen und Tipps bezog sich übrigens darauf, dass Sie ihre allgemeinen Tipps m.E. an einem Beispiel vorgebracht haben, dass nun stellv. bereits bei anderen Angeboten als Negativbeispiel kursiert. Das finde ich schade und bin davon wenig begeistert. Da wird jede gelehrte Diskussion über “Social Media” und deren Nutzungsdeutung nichts bringen.

  6. Lassen wir es dabei bewenden, dass es offenbar verschiedene Auffassungen von Sinn und Nutzen gibt. Sie haben den zentralen Zweck in der Kommunikation erkannt, während für andere bereits der Aspekt der Information und deren direkter Weg zum Rezipienten ausreichend wichtig ist, um Dienste wie FB und Co zu nutzen. Aus meiner Sicht ist das genug Grund, um bspw. Studierenden diesen Service zu bieten, während Sie der Auffassung zu sein scheinen, dass FB einzig des Austausches in beide Richtungen dienen sollte. Zusätzlicher Service oder Service und Interaktion. Sie plädieren für letzteres, ich für ersteres, sofern letzteres aus diversen Gründen nicht möglich ist. Da werden wir zu keinem Konsens kommen.
    Meine Ausgangskritik an ihren Hinweisen und Tipps bezog sich übrigens darauf, dass Sie ihre allgemeinen Tipps m.E. an einem Beispiel vorgebracht haben, das nun stellv. bereits bei anderen Angeboten als Negativbeispiel kursiert. Das finde ich schade und bin davon wenig begeistert. Da wird jede gelehrte Diskussion über “Social Media” und deren Nutzungsdeutung nichts bringen.

  7. Ihren letzten Punkt nehme ich zur Kenntnis, sehe es aber nicht so dramatisch, da ich sehr deutlich zu Beginn des Artikels mich positiv zum eigentlichen Auftritt geäußert habe und es auch trotz meiner Hinweise weiterhin tue!
    Ansonsten lasse ich Ihre Meinung so stehen und bedanke mich für die Diskussion.

  8. Eva Schumann sagt:

    Ich lerne aus Ihrem Artikel zwei Dinge:
    1. Dass im Unternehmen bzw. im Institut kommuniziert werden muss, was man in Social Media macht.
    2. Dass man seine Facebook-Seiten immer mal wieder mit fremden Augen betrachten muss bzw. von jemandem betrachten lassen muss, wegen der eigenen “Betriebsblindheit”.

    • Wenke Richter sagt:

      Richtig, treffend formuliert. Erster Punkt sehe ich in der Umsetzung am schwierigsten. Aus Erfahrung weiß ich, daß trotz mancher Strategie und Genehmigung es vielen Unternehmen bzw. Institute schwer fällt, Social Media vollständig in die gesamte Unternehmens- bzw. Insitutsstruktur zu integrieren. Social Media ist noch keine alltägliche Selbstverständlichkeit. Diesen Punkt muß ich mir immer wieder vor Augen führen.

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