Die Angst vor den neuen Medien in den etablierten Kreisen

Am letzten Freitag, dem 25. März 2011, wurde auf der Webseite der Bundesregierung die Mitschrift der Rregierungspressekonferenz des gleichen Tages veröffentlicht. Höhepunkt ist die Diskussion der Hauptstadtjournalisten über das Twittern des Regierungssprechers Steffen Seibert (@RegSprecher). Liest man sich das Protokoll durch und schaut sich das jetzt veröffentlichte Video dazu an, so muß man sich als Nutzer der neuen Medien an vielen Stellen laut loslachen. Natürlich führte diese Diskussion zu Häme an verschiedenen Stellen im Netz. Neben dem lustigen Aspekt zeigt diese Diskussion auch deutlich, wie stark diese neuen Kommunikationstechnologien zwischen Nutzern und Nichtnutzern spaltet (und letztlich auch, wie stark man als Nutzer neuer Medien in diesen gedanklich schon verhaftet ist).

Aus den Fragen sind zwei Kernkomplexe ersichtlich:

  1. Unwissenheit über Nutzung, Anwendung neuer Medien wie Twitter
  2. Angst vor Ausschließung bei Nichtnutzung der traditionell etablierten Kreise, Verlustangst ihrer Positionen um Informationsvorsprung und natürlich auch Machtstellung (denn in einer Informationsgesellschaft hat derjenige mehr Einfluß und Macht, der zuerst die notwendigen Informationen besitzt und exklusiv verbreiten kann).

Ähnliche Diskussionen gibt es auch im Wissenschaftsbereich, u. a. in der Frage, ob man als Wissenschaftler bloggen sollte (schadet es der wissenschaftlichen Karriere?). Hier hilft trotz manch innerem Lachen nur Aufklärung über Anwendung und Nutzen der neuen Medien seitens derjenigen, die sich damit beschäftigen. Ansonsten wird der gesellschaftliche Spalt tiefer. Zugleich bietet sich so einem selbst die Chance, einen Abstand zum eignen Tun zu entwickeln, Luft zu holen, Pause zu machen, um sich selbst zu hinterfragen und nicht blindlings jedem Hype im Web 2.0 hinterherzulaufen.

Das Unbehagen der Hauptstadtjournalisten mit dem twitternden Regierungssprecher – Das Video from Carta on Vimeo.

Mehr zum Thema:

 

 

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Über Wenke Bönisch

Wenke Bönisch arbeitet heute nach einer beruflichen Station in einem Wissenschaftsverlag (Autorenbetreuung, Satz und Social Media) als Freiberuflerin u. a. für den Ulmer Verlag (http://socialmedia.ulmer.de), für die Frankfurter Buchmesse sowie für den Digitalisierungsdienstleister Editura (http://editura.de) im Social Media Bereich. Neben Social Media beschäftigt sie sich mit den Themen elektronisches Publizieren, Wissenschaft, Open Access und Neue Medien. Zu ihren entsprechenden Projekten hält sie dazu auch Workshops, Vorträge und Seminare. Unter den Namen @digiwis (http://twitter.com/digiwis) twittert sie (fast) täglich. Auf ihrer Website http://digiwis.de bloggt sie zu ihren Tätigkeitsschwerpunkten.
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